3. März 2026
Erfolgreiche Giersch-Konferenz
Auftaktveranstaltung des Exzellenzclusters SCALE
Die aktuelle Giersch-Konferenz 2026 am FIAS stellt gleichzeitig die Auftaktveranstaltung des Exzellenzclusters SCALE dar. Das Motto: „Zu digitalen Zwillingen für die strukturelle Zellbiologie – Kriterien, Chancen und Herausforderungen”.
Als Sprecherin eröffnete Michaela Müller-McNicoll zusammen mit FIAS-Fellow Sebastian Thallmair die Tagung, die sich verschiedenen Spielarten der digitalen Zwillinge widmete. In seinem Grußwort lobte Bernhard Brüne, Vizepräsident der Goethe-Universität, SCALE als "Aushängeschild in einer einzigartigen Umgebung und mit tollen Partnern". FIAS-Direktor Jan Wörner verwies auf das neue Institutsmotto "biologically inspired computation", das ideal mit den Zielen von SCALE ineinandergreife.
Dagmar Iber von der ETH Zürich eröffnete den Vortragsreigen mit einem spannenden Einblick in digitale Zwillinge des weiblichen Hormonzyklus, der Lungenentwicklung und Blasenkrebsentstehung. Max Bonomi vom Institut Pasteur schilderte die integrative Strukturbiologie im Zeitalter der künstlichen Intelligenz, etwa am Beispiel der Glutamin-Synthetase.
Die folgenden Tage widmeten sich verschiedenen Spielarten der digitalen Zwillinge, etwa von subzellulären Segmenten, multizellulären und neuronalen Systemen. So schilderte beispielsweise Samantha Wood (Indiana University Bloomington), wie Intelligenz entsteht: Mit Hilfe eines digitalen Zwillings untersucht ihr Team, wie Küken in einer Umgebung Wahrnehmung und Sozialverhalten entwickeln. Sacha van Albada vom FZ Jülich beschrieb den Weg zu einem digitalen Zwilling des Cortex. Liesbet Geris (Université Liège) hob die Möglichkeiten im Gesundheitsbereich hervor und zeigte bereits erfolgreiche Anwendungsmöglichkeiten etwa in der Intensivmedizin, bei Herzschrittmachern oder der Medikamentenüberwachung. Sie beschrieb zudem die europäische Roadmap-Initiative für einen Virtual Human Twin.
In einer lebhaften Podiumsdiskussion erörterten fünf Forschende gemeinsam mit dem SCALE-Team etwa, wo ein digitaler Zwilling anfängt oder ein Modellsystem aufhört. Im Rahmen der Tagung ergänzten lokale Forschende mit Kurzvorträgen den Blick auf die "Kriterien, Chancen und Herausforderungen der Strukturbiologie".
