1. April 2026

Symposium und Veröffentlichung zur Kreativität

Schaltkreismechanismen kreativer Prozesse

Einen Beitrag zur Bedeutung von Hirnnetzwerkmechanismen für die Kreativität veröffentlichte die Arbeitsgruppe von FIAS-Senior-Fellow Kaschube. Sie schildert die Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer neurowissenschaftlichen Perspektive auf neuronale Netzwerkmechanismen beim kreativen Prozess. Der Beitrag entstand aus einer Konferenz zu Kreativität, deren Fortsetzung am 16. April stattfindet.

Kreativität wird meistens verhaltensbasiert untersucht. Dabei fanden sich auch kognitive Entsprechungen im Gehirn. Doch das Wissen über die Wirkung neuronaler Schaltkreise während des kreativen Prozesses ist noch gering. Insbesondere die zugrundeliegenden Mechanismen auf der Ebene von miteinander verschalteten Neuronenpopulationen sind bisher noch unerforscht.

Die Gruppe um Kaschube nutzt ein etabliertes Konzept, um eine neurowissenschaftliche Perspektive auf Kreativität zu ermöglichen und aufzuzeigen, welche Prinzipien auf verschiedenen Ebenen wirksam sein könnten. In ihrer aktuellen Veröffentlichung zusammen mit der Gruppe von Simon Rumpel von der Universität Mainz (Towards Circuit Mechanisms of the Creative Process) stellt sie Hypothesen auf, wie Kreativität in neuronalen Netzwerken verankert sein könnte. Diese Erkenntnisse haben Auswirkungen sowohl auf die biologische Forschung als auch die Entwicklung einer 'kreativen' künstlichen Intelligenz.

Die Publikation im Creativity Research Journal beruht auf der Konferenz zur Kreativität (Wie unser Denken kreativ wird, Creativity Conference / FIAS) vorletztes Jahr in Oppenheim, die interdisziplinäre Schnittstellen der Kreativität zwischen Psychologie, Kognitions- und Neurowissenschaften sowie Informatik aufgezeigt hat, gemeinsam organisiert von FIAS- und Mainzer Forschenden.

Eine daran anknüpfende Konferenz zu Kreativität und KI findet am 16. April in Darmstadt statt: https://www.rhein-main-universitaeten.de/news/save-the-date-rmu-ai-and-creativity-symposium.


Veröffentlichung:

Seiler, J. P. H., Eppler, J. B., Dan, O., Elpelt, J., Kaschube, M., & Rumpel, S. (2026). Towards Circuit Mechanisms of the Creative Process. Creativity Research Journal, 1–20. https://doi.org/10.1080/10400419.2026.2646676

weitere Informationen

Kreativität abbilden: (A) Kreativität ist typischerweise in ungewohnten Kontexten gefragt, die durch hohe Unsicherheit gekennzeichnet sind. Wer mit einem unerwarteten Problem konfrontiert ist – etwa einer zu überquerenden Wasserfläche –, muss innovative, unkonventionelle Ansätze entwickeln, um dieses Problem zu lösen. (B) Auf einer rechnerischen, funktionalen Ebene hilft Kreativität einem Individuum dabei, nützliche mentale Assoziationen zu entwickeln, um Situationen mit hoher Unsicherheit zu bewältigen. Mehr dazu: https://www.tandfonline.com/doi/figure/10.1080/10400419.2026.2646676?scroll=top&needAccess=true Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)